GRÜNDUNG EINER DIÖZESANGEMEINSCHAFT AM 19.02.1954

Aus dem Gründungsprotokoll:

In Anwesenheit der Vorsitzenden der DJK Vereine, der wichtigsten Sportwarte der Deutschen Katholischen Jugend, der Mitglieder des Diözesansportamtes und des Vertreters des DJK Hauptverbandes Altenberg, wurde am Sonntag, den 19.02.1954 in Limburg durch Abstimmung die DJK Diözesangemeinschaft der Diözese Limburg gegründet.

Nach dem einleitenden Referat von Domvikar Bokler, der die neue Form der DJK als Versuch und Wagnis bezeichnete und den Begriff " DJK" als " Bändigung des Sports aus christlichem Ethos" deutete, wurden einstimmig zu Vorstandsmitgliedern gewählt:

1. Vorsitzender                       Ferdinand Kaltenhäuser

2. Vorsitzender Sportlehrer    Günther Kästle (SW Frankfurt)

Geistlicher Beirat Kaplan      Josef Hartung (Ffm/Höchst).

Dem Vorstand gehören ferner an: ein Vertreter der DJK Vereine und ein Sportwart der Gliederungen, als beratende Mitglieder: der Diözesanjugendführer und der Diözesanjugendseelsorger der Mannesjugend.

Die Mitgliederversammlung soll sich wie folgt zusammensetzen:

Mitglieder des Diözesansportamtes der Katholischen Jugend, dazu gehören ein Sportarzt und eine Sportlehrerin als Vertreterin der Frauenjugend, sämtliche Vereinsvorsitzende der DJK Vereine und die Vertreter aller katholischen Gemeinschaften (sogenannte Stammverbände).

Wesen und Aufgabe der Gemeinschaft:

Die Diözesangemeinschaft ist eine Vereinigung zur Pflege des Sports nach katholischen Grundsätzen und in katholischer Gemeinschaft. Sie stellt sich zur Aufgabe:

1.      die Interessenvertretung der DJK Vereine im deutschen Sport und bei den Behörden, sowie ihre Förderung in religiöser, erzieherischer, sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht,

2.      die Unterstützung und Förderung der allgemeinen Gesundheitspflege und Ausübung von Spiel und Sport im Bund der Deutschen Katholischen Jugend in allen katholischen Organisationen.

3.      die Mitarbeit um den Dienst am deutschen Sport in dessen Führung und bei der Erarbeitung und Durchführung eines echten Sportethos,

4.      die Schulung von Vereinsleitern, Jugendwarten, Sportwarten und sportlich interessierten Mitgliedern katholischer Gemeinschaften in Sporttechnik und Sportgesinnung.

Die Arbeitsgemeinschaft ist Teil des DJK Hauptverbandes, der seinen Sitz im Haus Altenberg hat. Vorsitzender ist Prälat Walker. Der Hauptverband ist eine eigenständige Organisation, aber kein Spielverband. Die DJK Vereine sind Mitglieder der Landessportbünde und Fachbünde und nehmen an deren Spiel betrieb teil.

Folgerungen aus der Neugründung:

1.      Für alle Fragen der Neugründung von DJK Vereinen und des Anschlusses bestehender Vereine an die DJK ist fortab die Arbeitsgemeinschaft allein zuständig.
Die Geschäftsführung wird zur Zeit durch das Bischöfliche Jugendamt, Roßmarkt 4, wahrgenommen.

2.      An alle katholischen Gemeinschaften und Organisationen ergeht die Aufforderung, der Gemeinschaft beizutreten und die Sportarbeit in katholischer Gemeinschaft zu unterstützen.

3.      Nachdem die Sportbünde Westdeutschlands die DJK als Organisation anerkannt und ihre Vereine als vollberechtigte Mitglieder aufgenommen haben, soll nunmehr auch beim Landessportbund Hessen Antrag auf Aufnahme der DJK Vereine gestellt werden.

ENTWICKLUNG DES SPORTS IM DJK DIÖZESANVERBAND LIMBURG SEIT 1945 (aus dem Festbuch zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2004)

"Die Stunde der Leibesübung ist, wie der Heimatabend, Bestandteil des Gemeinschaftslebens der Pfarrgruppe". So hieß es in einem Arbeitsplan aus dem Jahre 1948, den die Aktion Leibesübung im Bund der Deutschen Katholischen Jugend, Diözese Limburg, herausgebracht hatte.

In Gruppen, Pfarreien, Dekanaten und auf Diözesanebene begann kurz nach dem Kriegsende mit der allgemeinen Jugendarbeit ein intensiver Sportbetrieb. Bereits 1946 wurde erstmals, danach jährlich, ein Diözesansportfest durchgeführt. So waren die "Limburger" auch eine Hauptantriebsfeder, dass 1950 bereits das 1. Bundessportfest in Koblenz stattfand. Dies alles war in erster Linie ein Verdienst von Massenkeil, der dann 1953 von dem aus unserem Bistum stammenden Bundespräses, Willi Bokler nach Düsseldorf geholt wurde und dort bis 1984 das DJK Sportamt für den gesamten Verband leitete. Jungscharfußballgruppen,

Tischtennisturniere. Leichtathletikveranstaltungen, eigene Sportwartekurse und andere Aktivitäten bis in die 60er Jahre zeugten von dem großen Interesse, das in der katholischen Jugendbewegung dem Sport entgegengebracht wurde.

Allmählich gründeten sich aber auch einzelne DJK Vereine. Andere wurden wiedergegründet. Im Gegensatz zur Vorkriegszeit, wo die DJK Vereine nur unter sich Sport betrieben, schloss man sich jetzt dem Landessportbund und seinen Fachverbänden an.

1954 gilt als Geburtsjahr eines eigenen DJK Diözesanverbandes Limburg, dessen 1. Vorsitzender Ferdinand Kaltenhäuser aus Bad Homburg Kirdorf wurde; ein Alt-DJKler.

Doch bereits 1957 wurde er durch Roland Schader aus Flörsheim abgelöst, der mit 24 Jahren der mit Abstand jüngste Diözesanvorsitzende in Deutschland wurde. Bis 1971 blieb Roland Schader an der Spitze unseres Diözesanverbandes, bevor er bald darauf im Alter von nur 38 Jahren an einer heimtückischen Krankheit verstarb.

Unter der Leitung von Roland Schader bekam unser Diözesanverband Profil , wenn er auch zahlenmäßig nicht mit den großen Diözesanverbänden in West-und Süddeutschland konkurrieren konnte. In unermüdlichem Einsatz versuchte Schader, für den "Sport in katholischer Gemeinschaft", wie es damals hieß, zu werben. Alt-DJKler wie Georg Döll, Rudi Werner, Alois Friedrich, Willy Wolfermann, Karl Hetterich, Otto Best, Otto Metzner und viele andere, gingen hier eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der jungen Generation aus kirchlicher Jugendarbeit ein.

Namen wie Günter Emmel, Hannelore Czajka, Inge Schweikart, Horst Schell und der bereits erwähnte Roland Schader gehören dazu. Auch Karl Schneider, seit 1957 im Diözesanvorstand und seit 1971 Diözesanvorsitzender, gehört mit dem Geburtsjahr 1937 in diese Gemeinschaft.

Mit dem Rückgang sportlicher Aktivitäten in den katholischen Jugendgruppen stieg die Bedeutung der DJK als eigenständiger Verband. Von Jahr zu Jahr nahm die Mitgliederzahl zu, die bei ca. 6.500 innerhalb unseres Diözesanverbandes liegt und 23 Vereine umfasst. Alle Berufsgruppen und sozialen Schichten, Kinder und Senioren, Frauen und Männer, weibliche und männliche Jugendliche. ebenso Mitbürger anderer Muttersprachen, wirken in den Vereinen mit. Mit der DJK Italia Wiesbaden gibt es sogar einen eigenen Verein von ausländischen Mitbürgern.

Nach dem letzten gemeinsamen Diözesansportfest vom BDKJ und der DJK, 1964 in Oberursel, wurde den geänderten Verhältnissen Rechnung getragen. Statt einer zentralen Sportveranstaltung wurde von nun an jährlich eine Vielzahl von Diözesanturnieren in Fußball, Tischtennis, Kegeln, Volleyball und anderen Sportarten durchgeführt. Hinzu kamen Kurse für bestimmte Gruppierungen, wobei sich die Gymnastikkurse unter Ida Richter besonders hervortaten. Das Programm wurde durch verschiedene Angebote im Bereich des Breitensports zusätzlich ausgeweitet.

Der DJK Sportverband, DV Limburg, ein lebendiger Verband. Nachdem es in zähen Verhandlungen mit dem Bischöflichen Ordinariat in Limburg im Jahre 1974 gelungen war erstmals einen hauptamtlichen Mitarbeiter einzustellen, ging es nicht nur zahlenmäßig mit dem DJK Diözesanverband Limburg stetig aufwärts. Die Mitgliederzahl konnte von 2.559 Mitgliedern auf über 8.000 gesteigert werden. Durch gezielte Angebote für die verantwortlichen Führungskräfte der DJK Gemeinschaften, konnte die Attraktivität des DJK Sportverbandes fort laufend gesteigert werden. Meisterschaften, Vergleichswettkämpfe, Sport- und Spielfeste, Lehrnge, Lizenzlehrgänge, sowie Sportfachlehrgänge für Übungsleiter und Aktive, sind ein wesentlicher Bestandteil unseres DJK Sportverbandes.

1976 fand in Bad Homburg-Kirdorf wieder ein großes Diözesansportfest mit 1.000 Aktiven DJKlern statt.

Im 25. Jubiläumsjahr wurde 1979 erstmals ein Flächensportfest im Westerwald durchgeführt, bei dem an einem Wochenende verschiedene Turniere bei den drei DJK Vereinen, Hausen, Lahr und Hintermeilingen stattfanden.

Große Bedeutung und Beachtung fanden die 2x jährlich stattfindenden DJK Verbandstage unseres Diözesanverbandes über ein Wochenende in Kirchähr, an denen regelmäßig 80-120 Vereinsvertreter teilnahmen.

Seit einigen Jahren haben wir die Örtlichkeit gewechselt und treffen uns mit den Vertretern der Vereine im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod.

Namhafte Referenten unterstützten unsere Bemühungen, den Vorständen qualifizierte Hilfe zu geben. Weltmeister, Olympiateilnehmer und -Teilnehmerinnen sowie herausragende Persönlichkeiten aus der Politik und dem Bereich des Sportes waren immer wieder als Referenten/innen für den DJK Diözesanverband Limburg tätig.

Erwähnenswert ist die Podiumsdiskussion in Limburg-Offheim, wo 400 Interessenten mit Reckweltmeister Gienger und Bundesligatrainer Weise, zwei Sportärzten, dem Verbandsbeirat Jakobi und Professor Rösch das Thema "Ist das noch Sport?", in Frage stellten.

An internationalen Begegnungen, Wettkämpfen auf Bundesebene in der Leichtathletik und im Wintersport haben immer wieder Sportler und Sportlerinnen des DV Limburg erfolgreich teilgenommen.

Die Zusammenarbeit zwischen den Vertretern von Kirche und Sport auf Diözesan-, Landes- und Bundesebene machen deutlich, wie umfangreich die Chancen und Möglichkeiten eines katholischen Sportverbandes in der Gesellschaft und in der Kirche jetzt und auch in der Zukunft sind.

Darüber hinaus hat die DJK nach wie vor die große Chance mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die einmal der Kirche nah, aber auch der Kirche distanziert gegenüber stehen. Gottesdienste,

Besinnungstage und Sportexerzitien sind besondere Merkmale, die die Verbindung zwischen Kirche und Sport deutlich machen.
Klaus Laux/Paul Reubold